Mietvertrag kündigen - keine Schwierigkeiten bei frühzeitiger Planung

MietvertragMancher Bürger könnte es sich so gut vorstellen: ein Leben ganz ohne die lästige Bürokratie. In der Tat stellen viele Behördengänge und erforderlichen Vorkehrungen im Alltag eine echte Geduldsprobe dar, auf die man nur allzu gerne verzichten würde.

Und dennoch: Ganz ohne Vorschriften und Regeln wäre das Zusammenleben in vielen Momenten kaum möglich. Dies zeigt sich vor allem immer dann, wenn es um die Belange eines Mieters und um ein bestehendes oder zukünftiges Mietverhältnis geht. Wenn Verbraucher ihren Mietvertrag kündigen, sind die Gründe meist ein berufsbedingter Umzug oder das Zusammenziehen mit dem Partner. Natürlich können auch Vermieter einen Mietvertrag kündigen. Für Mieter und Vermieter gibt es gleichermaßen klare rechtliche Rahmenbedingungen, an die es sich zu halten gilt, um eine reibungslose und gütliche Einigung über das Ende des Mietverhältnisses zu erzielen.

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Klare Richtlinien fürs Kündigungsschreiben

Doch dies ist nur dann möglich, wenn Verbraucher genau wissen, an welche Fristen sie sich halten müssen und auf welche Weise sie dafür Sorge tragen können, dass es keine Komplikationen gibt. Denn es reicht nicht aus, den Mietvertrag formlos kündigen zu wollen. Neben den gesetzlichen Kündigungsfristen schreibt der Gesetzgeber ebenso eindeutig vor, welche Informationen in einem Kündigungsschreiben angeführt sein müssen und in welcher Weise die Zustellung der schriftlichen Kündigung erfolgen sollte, um erfolgreich und wirksam zu sein. Dies ist bereits der erste wichtige Hinweis für Mieter, die ihren Mietvertrag kündigen wollen, um andernorts die neue Zelte aufschlagen zu können.

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Kündigung muss zwangsläufig schriftlich erfolgen

Es reicht nicht aus, dem Vermieter gegenüber in mündlicher Form eine Kündigung auszusprechen. Generell ist die schriftliche Ausführung der Kündigung obligatorisch. Dies ist vor allem deshalb so wichtig, weil die Auflösung des Mietverhältnisses im bestmöglichen Falle zwar im gütlichen Einvernehmen erfolgt. Grundsätzlich sollten Mieter aber nicht davon ausgehen, dass sie aus ihrem Vertrag aussteigen können, ohne an die bestehenden Rechtsgrundlagen berücksichtigen zu müssen. Wer den Mietvertrag ohne Komplikationen kündigen möchte, sollte sich nicht auf das gute Verhältnis zum Vermieter verlassen.

Grund für Kündigungen bei Einhaltung gesetzlicher Fristen unnötig

Gesetzliche Kündigungsfristen bei einem MietvertragWissenswert für Mieter ist die Tatsache, dass sie im Kündigungsschreiben keine Gründe für den Auszugswunsch angeben müssen. Dass dies erwähnenswert ist, liegt daran, dass diese Grundaussage für den Vermieter im Gegenzug eben nicht gilt.

Er muss sich im Anschreiben an Mieter, denen gekündigt werden soll, auf Gründe berufen, die vom Gesetz als nachvollziehbare Kündigungsgründe auch tatsächlich anerkannt werden. Bei den meisten Mietverträgen in Deutschland handelt es sich um so genannte unbefristete Verträge. Außerhalb der gesetzlichen Kündigungsfristen sind Kündigungen von Seiten des Vermieters nur dann möglich, wenn es nachweislich schwerwiegende Verstöße gegen den geltenden Mietvertrag gibt. Lesen Sie dazu auch verschiedene Urteile zum Mietvertrag.

Vermieter kann störenden Mietern vorzeitig kündigen

Eine Möglichkeit für Vermieter, den Mietvertrag kündigen zu können, bietet sich dementsprechend etwa dann, wenn die Mietzahlungen immer wieder zu spät erfolgen oder mehrfach gar keine Miete auf dem Konto des Vermieters eingegangen ist. Sofern Mieter innerhalb der Mietergemeinschaft eine erhebliche Störung darstellen, kann dies vom Vermieter als Grund genutzt werden, um den Mietvertrag zu kündigen. Für Mieter können vor allem bauliche Mängel oder gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schimmelbefall im Wohnraum ein vorzeitiges Kündigungsrecht nach sich ziehen.

Eigenbedarf kann ebenfalls ein Kündigungsgrund sein

Darüber hinaus können Vermieter unter Umständen einen Anspruch auf Eigenbedarf geltend machen, allerdings können möglicherweise Nachweise für diesen Bedarf verlangt werden, wenn der betroffene Mieter auf einer Fortführung des Mietverhältnisses besteht. Außerdem können Vermieter einen Mietvertrag kündigen, wenn das Mietverhältnis im Zusammenhang mit einem geplanten Verkauf ein Hindernis darstellen sollte. Doch auch hier mit es den Vermietern vom Gesetzgebern nicht gerade leicht gemacht.

Der umfangreiche Kündigungsschutz in Deutschland beruht darauf, dass eine eigene Wohnung hierzulande als Grundrecht verstanden wird und Mieter deshalb größtmöglichen Schutz vom Staat erhalten. Verbraucher sollten aber dennoch regelmäßig und pünktlich ihre Miete zahlen. Denn kommt es aufgrund solcher Probleme zu einer Kündigung des Mietvertrages durch den Vermieter, kann sich schlimmstenfalls direkt um eine so genannte fristlose Kündigung handeln, bei der sich die Mieter nicht auf klaren gesetzlichen Kündigungsfristen berufen können.

Mindestens drei Monate Kündigungsfrist für Mieter und Vermieter

Kündigungsfristen MietvertragDie besagten Kündigungsfristen gelten sowohl für Mieter als auch die Vermieter. Das Gesetz sieht in diesem Punkt eine Staffelung vor, die auf der Dauer des Mietverhältnisses basiert. Eine dreimonatige Kündigungsfrist sieht das Gesetz vor, wenn der Mietvertrag noch nicht länger als fünf Jahre läuft. Bei Miet-Zeiträumen zwischen fünf und acht Jahren beläuft sich die Kündigungsfrist auf sechs Monate.

Bei Mietverhältnissen, die bereits seit mehr als neun Jahren bestehen, müssen Mieter und Vermieter beim Mietvertrag kündigen eine Frist von neun Monaten in die Planung einbeziehen. Eine Chance für Mieter kann es sein, einen geeigneten Nachmieter zu stellen, den der Vermieter als guten Nachfolger akzeptiert. Auf diese Weise können die Fristen umgangen werden, wenn Mieter ihren Mietvertrag kündigen möchten, ohne noch für einige Monate Mietleistungen erbringen zu müssen. Vermieter haben vielfach die Möglichkeit, ein Mietverhältnis vorzeitig auflösen zu können, wenn sie den Mietern Ablösesummen anbieten und bei der Suche nach einer neuen Wohnung behilflich sind.

Rechtzeitige Zustellung der Kündigung erforderlich

Klare Vorgaben gibt es in Deutschland auch dazu, wie die so genannte Kündigungserklärung auszusehen hat. Aus ihr muss zum einen eindeutig der Wunsch der Beendigung des Mietverhältnisses hervorgehen. Dazu gehört auch die deutliche Nennung des gewünschten Termins, zu dem man den Mietvertrag kündigen will. Auch muss eindeutig genannt werden, wer die Kündigung ausspricht und an wen diese gerichtet ist.

Wichtig hierbei: Rechtsgültig ist die Kündigung erst dann, wenn der Vermieter diese erhalten hat. Diesbezüglich gibt es einmal mehr klare Regelungen im Gesetz, wann mit einem Zugang des Schreibens (etwa bei Einwurf in den Briefkasten des Vermieters) zu rechnen ist. Besser ist es grundsätzlich, die Mietvertrag nicht erst auf den letzten Drücker zu kündigen.

Auszugstermin muss deutlich erkennbar formuliert sein

Sonst kann es eventuell zu Problemen kommen. Klauseln der Form „ich ziehe aus, wenn ...“ sind grundsätzlich nicht zulässig. Dafür sorgt die so genannte Beziehungsfeindlichkeit. Die Mietvertragskündigung bezieht sich ausnahmslos auf das feste Vorhaben, zu einem bestimmten Termin auszuziehen. Mieter sollten in jedem Fall eine Kopie des Schreibens für die eigenen Unterlagen aufbewahren, wenn sie einen Mietvertrag kündigen. Idealerweise erfolgt die Zustellung des Kündigungsschreibens in Gegenwart eines Zeugen. So kann später nicht behauptet werden, das Schreiben sei niemals beim Adressaten angekommen. Im Falle der inhaltalischen Zustellung sollten Mieter die Einschreiben-Variante mit Zugangsnachweis als richtigen Weg auswählen.

In den allermeisten Fällen gibt es keine Probleme, wenn Mieter oder Vermieter einen laufenden Mietvertrag kündigen. Dennoch können Verbraucher sich gegen alle Eventualitäten absichern, indem sie sich genau über die geltende Rechtslage informieren. Dazu gehört es nicht, die eigenen Rechte zu kennen. Zudem sollte man sich klar machen, dass Vermieter und Mieter auch Pflichten haben, die es einzuhalten gilt, wenn man einen Mietvertrag kündigen will.

Checklisten und Vorlagen

Checklisten für den Umzug, Vorlagen zur Kündigung des Mietvertrags und vieles mehr finden Sie auf: checkliste-umzug.de